Spätestens dann, wenn ein Mensch mit der Diagnose "Borreliose" zum Neurologen überwiesen wird, stellt sich die Frage einer Lumbalpunktion.
Mit einer Nadel mitten ins Nervensystem -mitten ins Leben also - gestochen zu werden, ist nicht jedermanns Sache. Macht Angst!
Das ich einer Lumbalpuktion eher ablehnend gegenüberstehe, ist meien Patienten bekannt. Dennoch gibt es Situationen, wo auch mir die LP zwingend erforderlich erscheint: ich denke hier nur an die diagnostische Unterscheidung zwischen Borreliose und Multipler Sklerose (MS).
Auf der anderen Seite wissen wir, daß - wenn die Lumbalpunktion zur Klärung einer neuronalen Beteiligung der Borreliose (ich sage bewusst nicht "Neuroborreliose") eingesetzt wird, die Ergiebigkeit (man streitet sich zwischen 20 und 40 Prozent) äußerst dürftig ist.
Sieht man dazu noch die Nebenwirkungen und Komplikationen, stellt sich schon einem die Frage, ob das denn unbedingt immer nötig ist.
Zumal die Diagnose "Neuroborreliose" uns doch laut der Richtlinien der Fachgesellschaften als eine reine Definitionsdiagnose erscheint: wenn die Lumbalpunktion ein positives Ergebnis erbringt, dann ist diese Borreliose (so die Fachgesellschaften) eine Neuroborreliose.
Ist dem aber in Wirklichkeit so?
Ich meine nein.
Ich sehe bei fast jeder Borreliose eine mehr oder weniger starke neurologische Komponente.
Und bringt die Lumbalpuntion nun eine erhebliche Klärung der Diagnose?
Ich meine nein.
Ausser, daß im positivem Befund die definierte Neuroborreliose diagnostiziert werden kann. Aber was bringt uns das, zeigt doch fast jede Borreliose eine mehr oder weniger ausgeprägte Neurologie?
So wird das Wort "Neuroborreliose" in meiner Praxis kaum benutzt. Und eine Empfehlung zur lumbalpunktion wird nur nach langem, kritischen Nachdenken gegeben.
Dienstag, 1. Juli 2008
Lumbalpunktion - Das Muß zur exakten Diagnose?
Sonntag, 22. Juni 2008
Unmengen von Larven
Auch gestern wieder!
Viele Zeckenstiche, hervorgerufen durch Larven, die kleinste Zeckengeneration, kamen zur Behandlung!
Wenn das so weitergeht, und ich bin fast sicher, es geht so weiter, haben wir ein grosses Problem.
Kein Frost wird mehr diese Spinnenbrut abtöten!
Wir müssen einen Plan machen, dieses Risiko zumindest zu vermindern.
WIR, denn jene von der Gesundheitspolitik, interessiert das reichlich wenig!
Die halten uns für Spinner; die Ärzte, die sich damit beschäftigen, halten sie für Scharlatane.
Montag, 16. Juni 2008
Neuinfektion vermeiden ! Neuer Zeckenbiss !
Es ist unglaublich, wie viele Zeckenstiche dieses Jahr zur Behandlung anstehen.
Wohl hat der kältearme Winter tatsächlich für eine wahre Explosion dieser Vektoren geführt !
Jäger berichten von Unmengen von Zecken auf v.a. Rehen.
Hier in der Praxis sind es vor allerm die kleinen Zecken, Larven und Nymphen, die zur Entfernung oder Untersuchung kommen!
Mir wird Angst und Bange, wenn ich an die Folgen des sich verändernden Klimas denke!
Borreliose wird DIE Volkskrankheit !
Mittwoch, 11. Juni 2008
Ärzteblog in Arbeit
Ich glaube, daß die Zeit sich ändert, wo die chronische Borreliose im Kopf der praktizierenden Ärzte allenthalben ein Nieschendasein führt. Immer öfter werden wir vom Praxisverbund für Borreliose von Kollegen angerufen, die ihre Arbeit an ihren borreliosekranken Patienten verbessern wollen. Leider nur ganz selten von begutachtenden Ärzten!
Aber dennoch ist das ein sehr gutes Zeichen!
Um dieses weiter zu verbessern, geht bald ein Blog online, wo Ärzte Borreliosefragen diskutieren können.
Wir glauben, daß wir hiermit einiges für die Situation der an persistierender Borreliose Leidenden optimiert werden kann.
Ich freue mich sehr, daß dabei auch eine Rechtsanwältin sich für die juristischen Fragen (Arbeitsfähigkeit, Berufsfähigkeit, Erwerbsfähigkeit, Rente, und, und, und...) zur Verfügung gestellt hat.
Ich berichte weiter!
Montag, 9. Juni 2008
Erfahrung mit Vigil
Nachdem ich mich nun doch entschlossen habe (unter Beachtung der gesetzlichen Cautelen - out of label), Vigil bei besonders quälenden Formen der Mattigkeit einzusetzen, hier meine ersten Erfahrungen:
- Vigil hilft zuverlässig, die Müdigkeit ist deutlich geringer
- Es zeigten sich keine groben Unruhen, Fingerzittern usw
- Es wirkt schnell
- die Persönlichkeit des Kranken scheint unverändert
- ich beobachtete keinerlei Gewöhnungs- o. Suchterscheinungen
- einige konnten wieder am sozialen Leben teilnehmen
Vielleicht läßt sich am Preis auch noch etwas tun ?!
Sonntag, 8. Juni 2008
Borrelioseschub oder Reinfektion ?
Schon lange habe ich den Verdacht, daß etliche der wiederauftretenden Borreliose Symptome durch einen erneuten Zeckenstich (Zeckenbiß) hervorgerufen werden.
Mag es sein, daß dieses im Sinne einer Reaktivierung einer persisiterenden Borreliose geschieht. Oder vielleicht findet auch eine richtige Neuinfektion statt?
Jedenfalls häufen sich in den "Hauptbißzeiten" - wie zB jetzt - die Anzahl der Borreliose Schübe mächtig - auch finden wahre Titersprünge in der Blutserologie statt.
Wie auch immer: Denkt an das 11. Gebot des Borreliosekranken: "Lasst Euch nicht stechen!"
Vielleicht solltet Ihr Euch nocheinmal meinen Download zur Borreliosevermeidung auf meiner Homepage durchlesen!
Sonntag, 1. Juni 2008
Fünf Wochen Cordiceps
Mir gehts recht gut. Den meisten der ebenfalls mit dem Pilz behandelten auch. Ich höre aber auch, dass es einige Verschlimmerungen gegeben hat. Ich mache weiter.

