Werde ich doch oft in der Praxis gefragt, ob über Borreliose überhaupt wissenschaftlich geforscht wird. Ja, es wird.
Sonntag, 26. Oktober 2008
Immunaktivatoren bei der persistierenden Borreliose ?
Freitag, 24. Oktober 2008
Überlebenformen der Borrelia Burgdorferi nachgewiesen !
Endlich stehts im Journal of Neuroinflammation:
Freitag, 5. September 2008
Potenzierung der Borreliose-Therapie
In der Diskussion zeigt sich immer mehr, dass das grosse Therapie-Problem darin besteht, die innerhalb der Zellen lebenden Borrelien zu erreichen. Um dieses Problem zu umgehen, wird oft versucht, die Konzentration des Antibiotikums im Blut (so zB mitHilfe von Infusionen) zu erhöhen.
Oder durch die Wahl des Antibiotikums. Oder dadurch, dass die Therapiezeit extrem verlägert wird.
Nun bin ich auf Anraten des Kollegen von Rosen auf einen Mechanismus aufmerksam gemacht worden, der es unbedingt wert ist, weiter verfolgt zu werden.
Das Hormon Insulin ist in der Lage, den Zugang zur Zelle für Glukose zu öffnen. Es liegen Versuchsergebnisse vor, die zeigen, dass auf diesen Weg uA auch Pharmaca in die Zelle geschleust werden können.
Einige - meist naturheilkundlich ausgerichtete - Kollegen sind bereits dabei, auf diese Art die chronische Borreliose anzugehen.
Da mir bislang noch ein vernünftiger Weg fehlt, bei meiner chinesischen Therapie hinreichend hohe Wirkonzentrationen in der Zelle zu erzeugen, werde ich in dieser Richtung weiter arbeiten.
Ich werde weiter berichten!
Dienstag, 8. Juli 2008
Borrelioseschub oder "Dümpeln" ?
Ein Jeder, der an einer persistierenden Borreliose leidet, kennt dieses Dümpeln der Symptome: Wie ein Boot im bewegten Wasser auf und nieder geht, so zeigen auch die individuellen Beschwerden des Borreliose-Kranken oft ein ständiges Auf und Ab.
Dieses läßt sich zwar mehr oder weniger mit symptomatischen Methoden in den Griff bekommen: ich denke hier an Akupunktur, Schmerzmittel, physikalische Therapie, Naturheilkunde usw.
Was ist aber, wenn ein solches Symptom nicht schwindet oder wechselt? Sich immerfort verstärkt? Sich ausweitet?
Ist das "nur" ein besonders starker Ausschlag des Dümpelns? Oder zeigt sich hier ein Anfang eines neuen Borreliose-Schubs an?
Eine ganz schwere Frage!
Die Serologie, die Blutuntersuchung, hilft uns hier auch nicht weiter. Wenn überhaupt, zeigt sie einen neuen Schub einer chronischen Borreliose mit einer solchen Verspätung an, daß es zu einem sinnvollen therapeutischen Unterbrechen längst zu spät ist.
Eine körperliche Untersuchung - so immens wichtig sie bei der Diagnostig auch ist- hilft uns hier auch meist nicht weiter: die meisten chronische-Borreliose-Patienten sind diagnostisch kerngesund!
Auch meine Standart-Warnzeichen ( Mattigkeit, Schwitzen und Gelenkschmerzen - meist Knie ) sind hier oft überfordert.
Ja, also, was ist dann das Kriterium?
Ich muß gestehen, daß auch ich als Borreliosearzt hier keine eindeutige Antwort geben kann. Oft genug muß ich diese Frage aus dem Bauch heraus (dick genug ist er ja wirklich!) entscheiden. Aber was ist dazu das Kriterium?
Ich meine - solange es hier keine sinnvollen und verbindlichen Richt- resp. Leitlinien gibt- hilft hier vor allem die Erfahrung.
Jeder Borreliose Arzt (es gibt nur wenige, und die, die diesen Job machen, bekommen von der Administration einen oft existenzgefährdenden Tritt, der ihnen zeigen soll, daß sie sich doch besser mit anderen Bereichen der Medizin beschäftigen sollen. Ich denke hier nur an die Vernichtungsschlacht gegen den hochambitionierten Dr. G. auf Wolfenbüttel !).
Zumal diese Borreliose Ärzte auch von einigen der Erkrankten Tritte bekommen, wenn sie nicht das sagen, was diese hören wollen!
Also: Jeder Borreliose Arzt hat in seinem ärztlichen Leben einige Tausende von Borreliosekranken gesehen und deren Krankheitsverlauf gleichsam abgespeichert ( glaubt mir, in unserem Medizinstudium lernt man darüber NICHTS ).
Dieses ist für mich das Hauptkriterium für eine Therapieentscheidung.
Extrem belastend, den damit übernehme ich auch die volle Verantwortung. Auf kein Lehrbuch kann ich mich berufen. Kein Experte ( wer denn, etwa die Referenzstelle ?! ) stärkt mir den Rücken.
Was in dieser Situation allein hilft, ist ein ein gleicher Augenhöhe stattfindendes Abwägen mit dem Borreliose Kranken!
Mittwoch, 11. Juni 2008
Ärzteblog in Arbeit
Ich glaube, daß die Zeit sich ändert, wo die chronische Borreliose im Kopf der praktizierenden Ärzte allenthalben ein Nieschendasein führt. Immer öfter werden wir vom Praxisverbund für Borreliose von Kollegen angerufen, die ihre Arbeit an ihren borreliosekranken Patienten verbessern wollen. Leider nur ganz selten von begutachtenden Ärzten!
Aber dennoch ist das ein sehr gutes Zeichen!
Um dieses weiter zu verbessern, geht bald ein Blog online, wo Ärzte Borreliosefragen diskutieren können.
Wir glauben, daß wir hiermit einiges für die Situation der an persistierender Borreliose Leidenden optimiert werden kann.
Ich freue mich sehr, daß dabei auch eine Rechtsanwältin sich für die juristischen Fragen (Arbeitsfähigkeit, Berufsfähigkeit, Erwerbsfähigkeit, Rente, und, und, und...) zur Verfügung gestellt hat.
Ich berichte weiter!
Sonntag, 8. Juni 2008
Borrelioseschub oder Reinfektion ?
Schon lange habe ich den Verdacht, daß etliche der wiederauftretenden Borreliose Symptome durch einen erneuten Zeckenstich (Zeckenbiß) hervorgerufen werden.
Mag es sein, daß dieses im Sinne einer Reaktivierung einer persisiterenden Borreliose geschieht. Oder vielleicht findet auch eine richtige Neuinfektion statt?
Jedenfalls häufen sich in den "Hauptbißzeiten" - wie zB jetzt - die Anzahl der Borreliose Schübe mächtig - auch finden wahre Titersprünge in der Blutserologie statt.
Wie auch immer: Denkt an das 11. Gebot des Borreliosekranken: "Lasst Euch nicht stechen!"
Vielleicht solltet Ihr Euch nocheinmal meinen Download zur Borreliosevermeidung auf meiner Homepage durchlesen!
Montag, 12. Mai 2008
M. Alzheimer auf dem Boden einer chronischen Borreliose ?
Eine recht interessante Theorie über eine Entstehungsmöglichkeit eines Alzheimersyndroms stellte auf der Jahrestagung der Deutschen Borreliose-Gesellschaft die kanadische Wissenschaftlerin Dr. Judith Miklossy (University of BC) vor:
Morbus Alzheimer ist dem Wesen nach eine Amyloidose, letztlich also eine degenerative Gewebsveränderung des Gehirnes. So könne im Rahmen einer Borrelieninfektion eine Immunsupression stattfinden, eine Etablierung einer chronischen oder latenten Infektion im Gehirn sei durchaus möglich. Während der Infektion könnten freie Radikale sowie NO2-Gruppen einen DNS-Schaden, Zellzerstörung und eine Modifikation der Enzymaktivitäten herbeiführen, was letztendlich zu eine Amyloidose - so auch zum Alzheimer - führen könne.
Sicher ist diese Theorie noch nicht hinreichend belegt, dennoch werde ich in Zukunft bei einem M.Alzheimer auch ein eine Borreliose denken und eine entsprechende Serologie veranlassen.

